Du willst weg von der beschichteten Pfanne und suchst etwas, das richtig lange hält? Dann landest du fast automatisch bei zwei Kandidaten: Edelstahl und Gusseisen. Beide braten kräftig an, beide halten bei guter Pflege viele Jahre. Im Alltag fühlen sie sich trotzdem sehr unterschiedlich an.
Hier bekommst du einen ehrlichen Vergleich, mit Stärken und Schwächen auf beiden Seiten. Eine "beste" Pfanne gibt es nicht, nur die, die zu deiner Küche und deinen Gewohnheiten passt.
Gut zu wissen: Wir verkaufen bei SILBERTHAL unbeschichtete Edelstahlpfannen, aber keine Gusseisenpfannen. Damit du weißt, woher wir kommen. Unser Ziel hier ist trotzdem, dass du die Pfanne findest, die zu dir passt, auch wenn es am Ende nicht unsere ist.
Ein Hinweis vorab: Wir sprechen hier über klassisches, unbehandeltes Gusseisen. Emailliertes Gusseisen (die bunten Bräter und Pfannen) verhält sich bei Pflege und Antihaftwirkung anders.
Das haben beide gemeinsam
- Hohe Hitze ist kein Thema: Beide vertragen sehr hohe Temperaturen und eignen sich für scharfes Anbraten mit kräftigen Röstaromen.
- Ofenfest: Ohne Kunststoff- oder Holzgriff wandern beide auch in den Backofen.
- Alle Herdarten: Beide funktionieren auf Gas, Elektro, Glaskeramik und Induktion.
- Keine Beschichtung: Es gibt nichts, was sich ablösen oder abnutzen kann. Kratzer durch Pfannenwender aus Metall sind kein Drama.
- Langlebig: Mit etwas Pflege halten beide viele Jahre, oft Jahrzehnte.
Edelstahlpfanne: Vor- und Nachteile
Vorteile der Edelstahlpfanne
- Leicht zu handhaben: Eine Edelstahlpfanne ist deutlich leichter als Gusseisen. Unsere 28-cm-Pfanne wiegt zum Beispiel 1,4 kg. Schwenken, Ausgießen und Abspülen geht mit einer Hand.
- Reagiert schnell auf den Herd: Mit einem Mehrschichtboden (meist Edelstahl mit Aluminium- oder Kupferkern) wird die Pfanne zügig heiß und folgt dir, wenn du die Hitze runterdrehst. Praktisch, wenn erst scharf angebraten und dann sanft weitergegart wird.
- Säure ist erlaubt: Tomatensauce, Weißwein, Zitrone oder ein Schuss Essig zum Ablöschen machen Edelstahl nichts aus. Der Bratensatz am Boden wird so zur leckeren Sauce.
- Wenig Pflege: Kein Einbrennen, kein Einölen, kein Rost. Viele Edelstahlpfannen sind spülmaschinengeeignet. Für eine lange Lebensdauer empfehlen wir trotzdem die Reinigung von Hand.
- Geschmacksneutral: Edelstahl gibt keinen Eigengeschmack an Speisen ab, auch nicht bei Säure.
Nachteile der Edelstahlpfanne
- Ohne Technik klebt es: Edelstahl hat keine Antihaftwirkung. Damit nichts anhaftet, braucht es die richtige Temperatur, genug Fett und etwas Geduld beim Wenden. Eier, Pfannkuchen und zarter Fisch sind am Anfang eine kleine Übungsaufgabe. Wie es klappt, zeigen wir dir in unserem Ratgeber Edelstahlpfanne richtig benutzen.
- Speichert weniger Hitze als Gusseisen: Kommt ein großes, kaltes Stück Fleisch in die Pfanne, sinkt die Temperatur stärker als bei schwerem Gusseisen. Ein dicker Boden gleicht das teilweise aus.
- Nicht nickelfrei: Die meisten Edelstahlpfannen bestehen aus 18/10- oder 18/8-Edelstahl und enthalten etwas Nickel. Bei einer Nickelallergie solltest du das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen.
- Optische Spuren: Bei hoher Hitze können regenbogenfarbige Verfärbungen entstehen. Die sind harmlos und lassen sich mit etwas Essigwasser entfernen, gehören aber zum Alltag mit Edelstahl dazu.
Gusseisenpfanne: Vor- und Nachteile
Vorteile der Gusseisenpfanne
- Hitzespeicher wie ein Kachelofen: Gusseisen ist schwer und hält Hitze lange. Ein dickes Steak oder eine Ladung Bratkartoffeln lässt die Temperatur kaum einbrechen. Das Ergebnis ist eine gleichmäßige, kräftige Kruste.
- Natürliche Antihaftschicht: Durch Einbrennen und regelmäßiges Braten bildet sich eine Patina aus verbranntem Öl. Je öfter du die Pfanne nutzt, desto besser lösen sich Bratgut, Spiegeleier und Rösti.
- Ideal für Ofen, Grill und draußen: Ohne Holzgriff geht Gusseisen vom Herd direkt in den Ofen, auf den Grill oder sogar über die Glut. Auch zum Servieren am Tisch hält die Pfanne das Essen lange warm.
- Nickelfrei: Unbehandeltes Gusseisen enthält kein Nickel und ist damit eine Alternative bei Nickelallergie.
- Wird mit den Jahren besser: Eine gut gepflegte Gusseisenpfanne kann Generationen überdauern und wird durch die wachsende Patina eher besser als schlechter.
Nachteile der Gusseisenpfanne
- Schwer: Eine gusseiserne Pfanne mit 28 cm wiegt je nach Modell oft das Doppelte einer Edelstahlpfanne gleicher Größe. Mit einer Hand schwenken oder ausgießen ist kaum drin.
- Langsam und träge: Gusseisen leitet Wärme schlechter als ein Edelstahlboden mit Aluminiumkern. Es braucht länger zum Aufheizen, wird anfangs oft ungleichmäßig heiß und reagiert verzögert, wenn du die Hitze runterdrehst.
- Pflege gehört dazu: Vor dem ersten Gebrauch wird die Pfanne eingebrannt (viele sind schon vorbehandelt). Nach dem Spülen gut trocknen und dünn einölen, sonst kann sie rosten. Spülmaschine und langes Einweichen sind tabu.
- Säure greift die Patina an: Tomatensauce, Wein oder Essig lösen die Schutzschicht und können einen metallischen Geschmack hinterlassen. Für Saucen mit Säure ist Gusseisen weniger geeignet.
- Empfindlich bei Temperaturschock und Stürzen: Kaltes Wasser in die heiße Pfanne oder ein Sturz auf Fliesen können Gusseisen reißen lassen. Auf Glaskeramik und Induktion solltest du die Pfanne anheben statt schieben, damit die raue Unterseite keine Kratzer macht.
Und das Eisen?
Gusseisen kann geringe Mengen Eisen an Speisen abgeben, vor allem bei sauren Gerichten. Als nennenswerte Eisenquelle für die Ernährung würden wir das aber nicht einplanen.
Der direkte Vergleich
| Edelstahl (Mehrschichtboden) | Gusseisen (unbehandelt) | |
|---|---|---|
| Gewicht | leichter | deutlich schwerer |
| Aufheizen | schnell | langsam |
| Reaktion auf Hitzeänderung | schnell | träge |
| Hitze speichern | gut | sehr gut |
| Antihaftwirkung | keine, Technik nötig | wächst mit der Patina |
| Saure Gerichte | gut geeignet | greift die Patina an |
| Pflege | spülen, fertig | trocknen, einölen, kein Einweichen |
| Spülmaschine | oft geeignet | nein |
| Rost | nein | ja, ohne Pflege |
| Nickel | enthalten | nickelfrei |
| Draußen, Grill, Glut | eingeschränkt | sehr gut |
Fazit: Welche Pfanne passt zu dir?
Edelstahl passt zu dir, wenn ...
- du eine Pfanne für jeden Tag willst, die du schnell heiß bekommst und leicht handhaben kannst,
- du gern ablöschst und Saucen im Bratensatz ziehst, auch mit Wein oder Tomate,
- du nach dem Kochen einfach spülen und wegräumen möchtest,
- dich ein paar Bratversuche bis zur richtigen Technik nicht abschrecken.
Gusseisen passt zu dir, wenn ...
- du maximale Hitzespeicherung für Steak, Bratkartoffeln und Rösti suchst,
- du gern im Ofen, auf dem Grill oder draußen kochst,
- dich das Gewicht nicht stört und dir Pflegerituale sogar Spaß machen,
- du eine Pfanne willst, die mit jedem Gebrauch besser wird.
Oder beides: Viele Genussmenschen haben am Ende zwei Pfannen. Edelstahl für den schnellen Alltag und Saucen, Gusseisen für Steakabende und den Grill. Die beiden ergänzen sich gut.
Unsicher, was zu deinem Herd und deiner Küche passt? Schreib uns oder ruf an, unser Kundenservice berät dich gern, auch ehrlich, wenn eine andere Pfanne besser zu dir passt.
Häufige Fragen
Brauche ich bei Edelstahl eine Patina?
Nein. Edelstahl braucht keine Patina. Einmal spülen, abtrocknen und loslegen. Mehr dazu in unserem Artikel zum Einbrennen von Edelstahlpfannen.
Welche Pfanne ist besser für Spiegeleier?
Eine gut eingebrannte Gusseisenpfanne macht es dir bei Eiern leichter. In Edelstahl gelingen sie auch, mit der richtigen Temperatur und genug Fett, brauchen aber etwas Übung.
Welche Pfanne ist besser für Steak?
Beide braten Steak hervorragend. Gusseisen hält die Hitze bei dicken Stücken stabiler, Edelstahl lässt dich danach direkt eine Sauce im Bratensatz ziehen.
Funktionieren Gusseisen und Edelstahl auf Induktion?
Ja. Gusseisen ist von Natur aus magnetisch, Edelstahlpfannen haben dafür einen induktionsfähigen Boden. Gusseisen auf Glaskeramik bitte anheben statt schieben.
Sind Gusseisenpfannen beschichtet?
Klassische Gusseisenpfannen haben keine Beschichtung. Viele sind ab Werk mit Öl vorbehandelt, das ist aber keine Beschichtung, sondern der Start für die Patina. Emaillierte Gusseisenpfannen haben dagegen eine glasartige Emailleschicht.
Was ist pflegeleichter?
Edelstahl. Spülen, trocknen, fertig. Gusseisen braucht nach jedem Spülen gründliches Trocknen und eine dünne Schicht Öl.
Auf der Suche nach einer Edelstahlpfanne?
Wenn du dich für Edelstahl entschieden hast: Unsere unbeschichteten Edelstahlpfannen gibt es von 16 bis 32 cm, mit 3-lagigem Sandwichboden mit Aluminiumkern, für alle Herdarten und im Ofen bis 400 °C. Du kannst sie 100 Tage in Ruhe testen und hast 5 Jahre Garantie.






